… und schreib getrost: „Im Anfang war die Tat.“ - Wittgenstein über das Psychische

Den Spruch zitiert Wittgenstein aus Goethes „Faust“, und zwar am 19. März 1951 als Teil der Folge von Bemerkungen, die wir heute unter dem Titel „Über Gewißheit" kennen. Was Wittgenstein dabei mit Goethe verbindet, geht weit über das an dieser Stelle in „Über Gewißheit“ behandelte Problem hinaus. (Und es ist, nebenbei, auch nur einer von mehreren wichtigen Punkten, in denen Wittgenstein und Goethe übereinstimmen.) Man kann sicher sagen, dass sich Goethes Grundsatz „Im Anfang war die Tat“ – also nicht: das Wort, oder besser: das Wort insofern es Tat ist – auch für Wittgensteins Bemerkungen zu den Grundlagen der Psychologie als fruchtbar erwies.

Dabei beschränken sich Wittgensteins Beiträge zur Philosophie der Psychologie nicht auf die Schriften, die diesen Namen im Titel führen. Entsprechende Ausführungen finden sich vielmehr in Überlegungen Wittgensteins zu diversen Schwerpunkten. Aber auch in Bezug auf diese anderen Schwerpunkte erweist sich Goethes Satz als fruchtbar. Er erweist sich so als etwas, von dem man nicht unbedingt vermuten würde, dass gerade Wittgenstein es hatte: als Grundsatz. Wir stellen daher unser 5. Wittgenstein-Forum, welches Wittgensteins Bemerkungen zum Psychischen gewidmet ist, unter dieses Motto.

Das Programm des Forums kann hier (pdf) heruntergeladen werden.

Internationale Ludwig Wittgenstein Gesellschaft e.V. - Alle Rechte vorbehalten - Letzte Änderung: 14.09.2018